Einbauküche selber planen: Worauf man beim Küchenaufmaß achten muss

Eine Einbauküche kostet in Deutschland durchschnittlich 8.000–15.000 € — ein guter Teil davon entfällt auf Planung und Aufmaß durch das Küchenstudio. Wer hier selbst Hand anlegt, spart nicht nur Geld, sondern behält auch die volle Kontrolle über das Ergebnis. Allerdings: Ein falsches Aufmaß bedeutet teure Nachbestellungen. Hier zeigen wir, wie Sie es richtig machen.

Das Werkzeug für ein professionelles Aufmaß

Sie brauchen kein Profi-Equipment, aber diese Werkzeuge sind Pflicht:

Schritt 1: Grundriss aufnehmen

Messen Sie die Raumlänge und -breite an mindestens drei Stellen: oben (auf Höhe der Oberschränke), in der Mitte und unten (auf Höhe der Unterschränke). In Altbauten können die Maße um 2–3 cm variieren — nehmen Sie immer das kleinste Maß als Grundlage.

Zeichnen Sie den Grundriss auf Millimeterpapier im Maßstab 1:20 (1 cm auf dem Papier = 20 cm in der Realität). Tragen Sie alle Maße in Millimetern ein — nicht in Zentimetern. Ein Zentimeter Abweichung klingt wenig, aber wenn Ihre Arbeitsplatte 1 cm zu lang ist, passt sie nicht in die Nische.

Schritt 2: Anschlüsse und Leitungen einzeichnen

Markieren Sie exakt die Position von:

Messen Sie die Anschlüsse von der nächsten Ecke aus — immer von links nach rechts und von unten nach oben. So kann der Küchenbauer oder Online-Planer die Positionen eindeutig zuordnen.

Schritt 3: Fenster, Türen und Vorsprünge

Fenster und Türen beeinflussen die Küchenplanung erheblich. Messen Sie die Brüstungshöhe (Unterkante Fenster bis Boden), die Fensterbreite und den Abstand zur nächsten Ecke. Bei Türen: Öffnungsrichtung und -breite (einschließlich Türzarge!).

Rohre, Vorsprünge und Nischen kommen in fast jedem Altbau vor. Messen Sie jedes Detail — ein Rohr, das 5 cm aus der Wand ragt, kann die gesamte Küchenplanung durcheinanderbringen.

Schritt 4: Boden und Wände prüfen

Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob der Boden eben ist. In Altbauten kann das Gefälle mehrere Zentimeter auf die Raumlänge betragen. Küchenunterschränke haben verstellbare Füße (meist 5–10 cm Spielraum), aber bei stärkerem Gefälle muss der Boden ausgeglichen werden.

Auch die Wände sollten Sie auf Ebenheit prüfen. Legen Sie die Wasserwaage an verschiedenen Stellen an — eine schiefe Wand bedeutet, dass die Arbeitsplatte nicht bündig anliegt und eine Anpassleiste nötig wird.

Häufige Fehler beim Küchenaufmaß

Die teuersten Fehler, die wir in der Praxis sehen:

Vom Aufmaß zur Planung

Mit dem fertigen Aufmaß können Sie online planen (IKEA, Nobilia, Nolte bieten kostenlose 3D-Planer) oder zum Küchenstudio gehen. Bringen Sie Ihr Aufmaß mit — ein gutes Studio wird trotzdem nachmessen, aber Ihr Vorwissen zeigt, dass Sie vorbereitet sind und schützt vor überteuerten Extras.

Fazit: Gutes Aufmaß, gute Küche

Das Aufmaß ist das Fundament jeder Einbauküche. Nehmen Sie sich dafür zwei Stunden Zeit, messen Sie dreimal und dokumentieren Sie alles. Die investierte Mühe spart Ihnen Tausende Euro an Fehlbestellungen und nachträglichen Anpassungen. Ihre Küche wird es Ihnen danken.